Kurt Vogler-Ludwig, Nicola Düll, Ben Kriechel
im Auftrag des BMAS
W. Bertelsmann Verlag 2016

Prognose 2016

Wirtschaft und Arbeitsmarkt im digitalen Zeitalter

In der Prognose 2016 legen wir zwei langfristige Szenarien für den deutschen Arbeitsmarkt bis zum Jahr 2030 vor:

  • Im Basisszenario berücksichtigen wir die jüngsten Entwicklungen in der Flüchtlingswanderung und schätzen ihre Auswirkungen auf Wachstum, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Dabei geht es vor allem um den Beitrag der Zuwanderung zur Verringerung des sich verschärfenden Fachkräftemangels.
  • Im Szenario „Beschleunigte Digitalisierung“ entwickeln wir unsere Prognose zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt. Anders als eine Reihe vorliegender Studien sehen wir in der forcierten Entwicklung und Umsetzung von Industrie 4.0 nennenswerte Marktpotenziale für die deutsche Wirtschaft. Dies hat positive Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung. 

Inhalt

Die Zuwanderung von Flüchtlingen wird die Bevölkerungszahl bis 2030 um 1,4 bis 2,1 Millionen steigen lassen. Dies werden zwischen 2 und 3 % der Bevölkerung sein. Das jährliche Wirtschaftswachstum wird dadurch um 0,25 % höher liegen als ohne diese Zuwanderung, die Zahl der Erwerbstätigen wird um 1,2 Millionen steigen, aber auch die Arbeitslosigkeit wird zunehmen. Allerdings: ohne die erfolgreiche berufliche Integration der Flüchtlinge wird die Arbeitslosigkeit sehr viel stärker ansteigen und die positiven Wachstums- und Beschäftigungseffekte werden ausbleiben. Zur Bewältigung künftiger Einwanderungsströme empfehlen wir die Verabschiedung eines Einwanderungsgesetzes, das die Zuwanderung aus allen Regionen der Welt regelt. Gleichzeitig sind die Integrationskonzepte weiterzuentwickeln.

Die beschleunigte Digitalisierung wird bis 2030 eine Viertel Million zusätzlicher Jobs schaffen, das Sozialprodukt um 4 % heben und die Pro-Kopf-Einkommen entsprechend steigern. Dabei werden vor allem die Investitionsgüterindustrien und die Unternehmensberatung expandieren. Der Handel und der öffentliche Dienst werden hingegen Jobs abbauen. Die beschleunigte Digitalisierung wird den Strukturwandel der deutschen Wirtschaft forcieren und hohe Anforderungen an das berufliche Bildungssystem stellen. Gleichwohl sprechen wir uns für die Umsetzung der Digitalisierungsstrategie aus, da die wirtschaftliche Vorteile überwiegen und der Verzicht auf die volle Teilnahme am technologischen Wettbewerb hohe Risiken beinhaltet.

Zur Bewältigung der strukturellen Umschichtungen empfehlen wir die Weiterentwicklung der Arbeitsmarktpolitik nach dem Muster der dänischen oder niederländischen Flexicurity-Konzepte. Sie fördern die Flexibilität der Beschäftigung ohne auf Beschäftigungs- und Einkommenssicherheit zu verzichten. Gleichzeitig sollte die Erwachsenenbildung zu einer Säule des beruflichen Bildungssystems ausgebaut werden. Nur so kann den kontinuierlich steigenden Qualifikationsanforderungen in einer alternden Gesellschaft Rechnung getragen werden.

Auftraggeber und Forschungsteam

Die Prognose wurde im Auftrag Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter Leitung von Economix Research & Consulting von einem internationalen Konsortium erstellt:

  • Cambridge Econometrics (CE). Cambridge (GB)
  • Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), Stuttgart
  • Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung, (ISF), München
  • Warwick Institute for Employment Research (IER), Coventry (GB)
  • Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim

 

Prognose 2016 [PDF]

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Kurzfassung [PDF]

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Fachexpertisen [PDF]

Beschäftigungseffekte der Digitalisierung – Eine Klarstellung [PDF]

Zur Projektseite "Arbeitsmarkt 2030"

 

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