Newsletter 11/2010                          English Version

November 2010

Economix feiert sein 10-jähriges Jubiläum.
Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Arbeit!
Bitte beachten Sie unsere aktualisierte Publikationsliste

Inhalt:

Finanzdienstleistungen: Herausforderungen und Perspektiven

Qualifikationen für umweltbezogene Berufe

Bildungspolitische Herausforderungen des Klimawandels

NAIRU und Okun`s Gesetz: Die Makroökonomie in einer Nußschale?

Sozialverträgliche Umstrukturierung

Indikatoren zu Dauer des Erwerbslebens in der Europäischen Union

Selbstständigkeit in Deutschland

Stellenangebot 2010-2016

 

 

Finanzdienstleistungen: Herausforderungen und Perspektiven

Für die europäische Finanzwelt ergeben sich nach dieser Studie drei Entwicklungspfade:

  • Die Vergangenheit ist die Zukunft – ein Status-quo Szenario mit hohem Risiko:
    Eine grundlegende Umgestaltung des Finanzwesens wird durch die Big Player verhindert. Die Branche setzt ihre kurzfristig orientierten Gewinnstrategien fort und bleibt bei ihrer Shareholder-Orientierung.
  • Eine neue Weltfinanzordnung – das Ende des goldenen Zeitalters:
    Eine wirksame Neuregulierung der Finanzmärkte trägt zur Umorientierung auf nachhaltige Geschäftsmodelle bei. Die Märkte für riskante Finanzprodukte werden weitgehend ausgetrocknet.
  • Gespaltene Volkswirtschaften – das Worst-Case Szenario:
    Es gelingt weder eine neue Finanzmarktordnung aufzubauen, noch die Finanz- und Wirtschaftskrise unter Kontrolle zu halten. Die Destabilisierung der Wirtschaft führt zu einer Spaltung von Wirtschaft und Gesellschaft.

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    Die Europäische Stiftung für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (EUROFOUND) hat diese Studie in Auftrag gegeben. Die Untersuchung beschreibt die neuesten Anpassungstrends in der Finanzbranche und entwickelt drei Szenarien für die nächsten fünf bis zehn Jahre. Die veränderten Geschäftsmodelle und die Alternativen für die Regulierung der Finanzmärkte werden als Grundlage für die Szenarien verwendet. Die Studie wurde auf der Grundlage von Fallstudien zahlreicher Unternehmen, einer Onlineumfrage und Interviews mit Experten von Unternehmen, Sozialpartnern, Forschungseinrichtungen und öffentlichen Behörden durchgeführt.

    Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass wichtige Anpassungen stattgefunden haben: Erhebliches Deleveraging der Bilanzen, Rückbesinnung auf das Kerngeschäft und die Neuausrichtung der Entlohnungssysteme mit stärkeren Anreizen für langfristiges Denken. Bedeutende Herausforderungen stehen dennoch bevor: Das Entstehen eines neuen Regulierungsrahmens für die Finanzmärkte, die Gefährdung der Volkswirtschaften durch eine zweite oder dritte Rückkehr der Krise, und die Stärke der asiatischen Finanzinstitute.

    Berichte in Englisch:
    Financial services: challenges and prospects – Overview report
    Financial services: challenges and prospects – Executive summary

     


    Qualifikationen für umweltbezogene Berufe
    Der Umweltschutz hat bedeutenden Einfluss auf die Struktur der deutschen Wirtschaft genommen und zur Entstehung neuer Berufe geführt. Bei der Anpassung der Qualifikationsprofile wurde eher ein integrativer Ansatz als eine Spezialisierung bevorzugt. In Zukunft muss eine weitere Integration umweltbezogener Qualifikationen in viele Berufe verfolgt werden und für den Umweltsektor wird eine stärkere berufliche Spezialisierung benötigt.

    Der Bericht „Skills for Green Jobs“ (Qualifikationen für umweltbezogene Berufe) veranschaulicht, wie sich in Deutschland die Wirtschaftsstruktur aufgrund von Umweltschutz verändert hat und damit die Entstehung von umweltbezogenen Berufen und Qualifikationen beeinflusst hat. Umweltschutz ist schon seit Jahrzehnten Teil politischer Debatten und sowohl Regulierungen wie auch die Zunahme der Wahrnehmung für umweltbezogene Themen führten zu einer Restrukturierung von Wirtschaftssektoren und beruflichen Fähigkeiten.

    Der Bericht ist Teil einer internationalen Studie im Auftrag von ILO und CEDEFOP. Als grundlegende Methoden wurden Sekundärforschung, Interviews und acht Fallstudien verwendet. Die Fallstudien liefern einen praktischen Einblick, wie bestehende Berufe an die veränderten umweltbezogenen Anforderungen angepasst wurden und wie neue umweltbezogene Berufe entstanden sind.

    Bericht in Englisch:
    Skills for green jobs - Country report Germany

     


    Bildungspolitische Herausforderungen des Klimawandel
    Die Studie enthält einen internationalen Vergleich bildungspolitischer Herausforderungen, die auf Grund des kontinuierlichen Klimawandels enstehen. Sie setzt dabei an einem spezifischen Punkt des intellektuellen Wandels an: an der Veränderung der Arbeitswelt und der Berufsprofile in Richtung Umweltschutz.

    ährend in den Industriestaaten eine umweltbezogene Anpassung der Kompetenzprofile schon relativ weit fortgeschritten ist, lässt sich in Entwicklungsländern nur eine geringe oder keine Anpassung beobachten. In Indien beispielswiese bietet kaum eines der 4.650 Ausbildungsinstitute Kurse in grünen Technologien an. Im Bezug auf eine umweltpolitische Reaktionen lässt sich jedoch keine klare Trennlinie zwischen Industrie- und Schwellenländern ziehen. Während China eine umfassende Umweltpolitik verfolgt, lässen die USA diese bisher vermissen. Die Versäumnisse in der Umweltpolitik und bei der Anpassung der umweltspezifischen Ausbildung führen zu Fachkräftemangel, der den ökologischen Wandel behindert.

    Bildungspolitische Herausforderungen des Klimawandels

     


    Das NAIRU und Okun's Gesetz - Die Makroökonomie in einer Nußschale
    Dieses thematische Papier für das Europäische Beschäftigungsobservatorium untersucht die Qualität von zwei makroökonomischen Ansätzen, die Arbeitslosigkeit, Produktion und Inflation miteinander verknüpfen. Die nicht-inflationäre Arbeitslosenrate (NAIRU) verbindet Preise und Löhne in einen Gleichgewichtsmodel. Okun’s Gesetz beschreibt die Beziehung zwischen Arbeitslosigkeit und Produktion. Beide Ansätze wurden von der jüngsten Krise in Frage gestellt.

    Das Papier kommt zu dem Schluss, dass diese Art von makroökonomischen Modellen das allgemeine Verhalten und die strukturellen Charakteristika von Wirtschaften schwerlich wiederspiegeln können. Darüberhinaus, sind die Kapazitäten, die theoretischen Grundlagen darzustellen, auf Grund von statistischen Schätzmethoden limitiert. Die beiden Konzepte sind daher nicht adäquat, um ein ökonomische Modell zu substituieren.


    Bericht in Englisch:
    NAIRU and Okun's Law - The macro economy in a nutshell?


     
    Sozialverträgliche Umstrukturierung
    Elf Unternehmensfallstudien in EU Ländern zeigen verschiedene Restrukturierungspraktiken zur Reintegration von freigesetzten Arbeitnehmern auf. Anpassungsmaßnahmen und rechtliche Rahmenbedingungen variieren dabei stark zwischen den Ländern. Die Studie kommt zu dem Schluss dass von Unternehmen initiierte Unterstützungsmaßnahmen in Deutschland und Schweden pro-aktiv sind, während sie in anderen Mitgliedstaaten eher reaktiv angewandt werden.

    Economix steuerte zu der Studie, die von CEDEFOP in Auftrag gegeben wurde, vier Unternehmensfallstudien für Deutschland bei, jeweils zwei in der Automobil- und der Telekommunikationsbranche. Die ausgewählten Unternehmen betrieben (oder beauftragten) sogenannte Transfergesellschaften, wobei es sich um unabhängige Unternehmen handelt, die die freigesetzten Arbeitnehmer für die Zeit der Restrukturierung beschäftigen. Diese unterstützen die Mitarbeiter durch Berufsberatung, individuelles Coaching, Weiterbildung und Probearbeitsverhältnisse. Ungefähr zwei Drittel der Mitarbeiter konnten erfolgreich am Arbeitsmarkt platziert werden.

    Bericht in Englisch:
    Socially responsible restructuring

     

     


    Indikatoren zur Dauer des Erwerbslebens in der Europäischen Union

    Im Jahr 2007 hatte der durchschnittliche EU-Bürger im Alter von 15 ein aktives Arbeitsleben von 34,2 Jahren vor sich, mit 31,8 Jahren in Beschäftigung und einer Arbeitszeit von 61.295 Stunden. Für 45jährige betrug die aktive Arbeitszeit noch 13,2 Jahre, und 0,8 Jahre für 65jährige. Seit dem Jahr 2000 ist die Dauer des aktiven Arbeitslebens um ein Jahr angestiegen. Der Anstieg war hauptsächlich nach 2004 festzu­stel­len.

    Die aktive Dauer des Arbeitslebens (DAL) war für 15jährige Männer um 6,4 Jahre länger als für Frauen (ein Unterschied von 20%). Allerdings stieg die aktive DAL von Frauen seit 2000 schneller an (+1,6 Jahre verglichen mit 0,5 Jahren für Männer).

    Die längste aktive Dauer konnte mit 39,9 Jahren für die schwedische Bevölkerung gemessen werden. Ähnliche Werte ergaben sich für Dänemark und die Niederlande. Die geringste Dauer ergab sich für Italien, Ungarn und Malta mit Werten unter 30 Jahren. Dies ergibt eine Differenz von 11,1 Jahren zwischen Malta und Schweden.

    Mit dieser Studie beabsichtigte die EU-Kommission den Indikator zur Dauer des Arbeitslebens zu untersuchen. Damit wird das Beobachtungsinstrument für die Europäische Beschäftigungsstrategie mit einem Indikator ergänzt, der den Blick auf das gesamte Arbeitsleben der aktiven bzw. beschäftigten Personen richtet. Die Studie empfiehlt drei Indikatoren für die Messung: Die Dauer des aktiven Arbeitslebens, die auf den durchschnittlichen jährlichen Aktivitätsraten beruht, die Dauer der Beschäftigung, die sich auf durchschnittliche Beschäftigungsraten stützt  und die Dauer der Arbeitszeit, die jährliche Arbeitszeiten verwendet.  

    Bericht in Englisch:
    Monitoring the duration of active working life


    Selbstständigkeit in Deutschland

    Der Bericht liefert einen Überblick über die Selbstständigkeit in Deutschland. Er wurde für das Europäische Beschäftigungsobservatorium erstellt. Insgesamt zeigt sich eine ansteigende Stelbstständigkeit trotz der Fiananz- und Wirtschaftskrise. In 2009 waren ungefähr 11.0 % der Erwerbsbevölkerung (4,2 Millionen) selbstständig. Zwischen 2008 und 2009 stieg die Anzahl der Selbstständigen um 1.7 % an. Bemerkenswert ist der große Anteil von ehemaligen Arbeitslosen, die die Arbeitslosigkeit mit Hilfe der Selbstständigkeit verlassen: 20 % aller Neugründungen wurden von Personen initiert, die vorher arbeitslos waren.  Dies ist größtenteils der Förderungsmaßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik zu verdanken, die seit den Hartz Reformen Selbständigkeit verstärkt fördern.

    Bericht in Englisch:
    Self-employment in Germany



    Stellenangebot 2010-2016
    Die Erhebung und Hochrechnung des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots wird im Auftrag des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) durchgeführt. Economix wurde mit der Durchführung der Erhebung für die Jahre 2010 bis 2016 beauftragt. Die Herbsterhebung hat im Oktober 2010 begonnen.

     

     


    Economix Research & Consulting

    ist ein privates Forschungsinstitut in München, das auf Fragen der Beschäftigungs- und Bildungspolitik spezialisiert ist. Im Auftrag der Europäischen Kommission, der Bundes- und Landesministerien sowie anderer öffentlicher Auftraggeber werden Expertisen erstellt und politische Empfehlungen erarbeitet. Das Institut ist ein europäisches Forschungsnetzwerk eingebunden. Kurt Vogler-Ludwig – der Direktor von Economix – ist Berater der EU-Kommission. 

     

    Weitere Informationen finden Sie auf www.economix.org

     

    Kontakt

    Kurt Vogler-Ludwig, Economix Research & Consulting, Lindwurmstraße 9, 80337 München
    Tel: +49-89-8757-9022
    E-Mail: vogler-ludwig@economix.org

     

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